Verantwortungsbewusstes Spielen
Glücksspiel ist bezahlte Unterhaltung. Kein Weg, Geld zu verdienen, kein Nebenverdienst und kein Ausweg aus Schulden. Solange der Verlust der Preis für einen Abend bleibt, ist alles in Ordnung. Sobald er zum Einsatz wird, um das Verlorene zurückzuholen, beginnt etwas anderes — und davon handelt diese Seite.
Warnzeichen
Eine Glücksspielstörung beginnt selten mit einem großen Verlust. Sie beginnt mit Kleinigkeiten, für die es jedes Mal eine Erklärung gibt. Markiere, was auf dich oder auf eine nahestehende Person zutrifft.
- Länger und mit höheren Beträgen spielen als vorgenommen — nahezu jedes Mal.
- Zurückkehren, um Verluste auszugleichen. „Noch ein bisschen, dann bin ich bei null.“
- Für das Spiel Geld leihen: bei Freunden, über die Kreditkarte, bei einem Kurzzeitkredit.
- Die Höhe der Einsätze, die Verluste oder das Spielen selbst vor nahestehenden Menschen verheimlichen.
- Gereiztheit und Unruhe, sobald eine Pause oder eine Einschränkung versucht wird.
- Spielen, um Angst, Langeweile, Einsamkeit oder Stress zu betäuben.
- Arbeit, Ausbildung, Schlaf, Verabredungen und Verpflichtungen wegen des Spielens versäumen.
- Sich selbst über die Summe täuschen: Gewinne genau erinnern, Verluste nur ungefähr.
- Geld einsetzen, das für Miete, Essen, Behandlung oder die Kinder vorgesehen war.
Ein Punkt ist ein Anlass, sich selbst zu beobachten. Drei oder mehr sind ein Anlass, mit einer Fachperson zu sprechen. Das ist keine Diagnose — die stellt eine Ärztin oder ein Arzt, nicht eine Liste im Internet. Die Richtung zeigt sie trotzdem an.
Hilfe und Beratung
Alle folgenden Angebote sind kostenfrei und anonym. Die Kontaktdaten wurden im August 2026 anhand der offiziellen Seiten der Einrichtungen geprüft.
BIÖG (früher BZgA) — „Check dein Spiel“
Das Beratungstelefon zur Glücksspielsucht des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit — für Spielende und für Angehörige. Kostenfrei, anonym, das Team ist eigens für die telefonische Beratung geschult. Auf der Website finden sich außerdem ein ausführlicher Selbsttest, ein Online-Ausstiegsprogramm und die Adressen von Beratungsstellen vor Ort.
0800 1 37 27 00Mo–Do 10:00–22:00 Uhr, Fr–So 10:00–18:00 Uhr (aus dem deutschen Netz kostenfrei)
check-dein-spiel.de →OASIS — bundesweite Spielersperrdatei
Das zentrale Sperrsystem für gesperrte Spielende. Alle in Deutschland erlaubten Anbieter — online, Spielhallen und Spielbanken — müssen vor jeder Teilnahme dagegen abgleichen. Eine Selbstsperre wird auf Antrag eingetragen, dauert mindestens drei Monate und wird ebenfalls nur auf Antrag wieder aufgehoben. Zuständig ist das Regierungspräsidium Darmstadt.
gluecksspiel-behoerde.de →GamCare — National Gambling Helpline
Rund um die Uhr erreichbare Hilfelinie: vertrauliche Beratung, emotionale Unterstützung und Vermittlung in eine kostenfreie Behandlung. Neben dem Telefon stehen Chat und Messenger zur Verfügung.
0808 8020 133Täglich rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr
gamcare.org.uk →GAMSTOP
Kostenfreie Selbstsperre bei allen in Großbritannien lizenzierten Online-Anbietern auf einmal: eine Anmeldung sperrt sämtliche dieser Seiten für 6 Monate, 1 Jahr oder 5 Jahre. Wettbüros, die nationale Lotterie und Angebote außerhalb der britischen Lizenz sind nicht erfasst.
gamstop.co.uk →Gamblers Anonymous
Eine internationale Selbsthilfegemeinschaft nach dem Zwölf-Schritte-Programm. Treffen finden vor Ort, telefonisch und online statt, in zahlreichen Ländern und Sprachen. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anonymität ist Grundprinzip.
gamblersanonymous.org →Gambling Therapy
Kostenfreie mehrsprachige Online-Unterstützung der britischen Wohltätigkeitsorganisation Gordon Moody: Gruppensitzungen, Foren und persönliche Beratung im Schriftverkehr — für Spielende und für Angehörige, weltweit erreichbar.
gamblingtherapy.org →Die Mathematik, an die zu denken sich lohnt
Bei jedem Glücksspiel liegt der Vorteil beim Anbieter. Er steckt in den Regeln: Eine Auszahlungsquote (RTP) von 96 Prozent bedeutet, dass auf lange Sicht von je 100 eingesetzten Einheiten 96 an die Spielenden zurückgehen und 4 beim Anbieter bleiben. Nicht gelegentlich, sondern im Mittel und immer.
Jeder Dreh ist vom vorherigen unabhängig. Ein Automat läuft sich nicht warm, ist nichts „schuldig“ und erinnert sich nicht an Verluste. Eine Verlustserie sagt nichts über den nächsten Dreh aus, eine Gewinnserie noch weniger.
Daraus folgt die einzige ehrliche Schlussfolgerung: Ein Gewinn ist möglich, ein verlässliches Einkommen nicht. Jedes „System“, jede Verdopplungsstrategie und jeder Plan zum Zurückholen scheitert am Einsatzlimit und an der Größe des eigenen Geldbeutels.
Regeln, die wirklich helfen
- Den Betrag vor dem Spiel festlegen, nicht währenddessen. Ist er weg, ist der Abend vorbei — ohne Ausnahme.
- Nur mit Geld spielen, dessen Verlust verkraftbar ist. Niemals mit Miete, Essen, Behandlung, Ausbildung oder dem Geld der Kinder.
- Nie auf Kredit spielen: weder geliehen von Freunden noch über die Kreditkarte noch über einen Kurzzeitkredit.
- Einen Wecker für die Dauer der Sitzung stellen. Dass Spielbanken und Apps die Uhr verbergen, hat einen Grund.
- Verlusten nicht hinterherjagen. Das ist der teuerste Fehler beim Spielen und kostet mehr als der ursprüngliche Verlust.
- Nicht spielen: betrunken, erschöpft, im Streit, in Anspannung oder direkt nach schlechten Nachrichten.
- Spiel und Arbeit nicht vermischen und nicht nebenher zwischen anderen Aufgaben spielen.
- Das Ausgegebene zählen, nicht das Gewonnene. Einmal im Monat ehrlich zusammenrechnen.
Werkzeuge, die der Anbieter bereits bereithält
Erlaubte Anbieter haben Instrumente zur Selbstbegrenzung im Konto-Bereich eingebaut, meist unter „Spielerschutz“ oder „Limits“. Sie lassen sich vorab einrichten, bevor sie gebraucht werden. In Deutschland gilt zusätzlich ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, das über die Limitdatei LUGAS überwacht wird.
- Einzahlungslimit — pro Tag, Woche oder Monat. Die nützlichste Einstellung überhaupt.
- Verlust- und Einsatzlimit — sie begrenzen nicht die Einzahlung, sondern das tatsächliche Ausgeben.
- Zeitlimit für die Sitzung und Realitätscheck: ein Hinweisfenster nach zwei Stunden Spielzeit.
- Abkühlphase (Cooling-off) — eine Sperre über Tage oder Wochen.
- Selbstsperre — über Monate oder Jahre; in Deutschland bundesweit über OASIS. Ein seriöser Anbieter lässt sie sich nicht mit einem Klick rückgängig machen, und genau das ist ihr Sinn.
- Schließung des Kontos einschließlich Austragung aus Werbeverteilern.
Wenn eine nahestehende Person spielt
Was nicht hilft: die Ausgaben stellvertretend kontrollieren, Schulden „ein letztes Mal“ begleichen und Versprechen abverlangen. Eine von anderen getilgte Schuld beseitigt die Folge und lässt die Ursache bestehen.
Was hilft: ein Gespräch ohne Vorwürfe und Ultimaten, der Schutz des gemeinsamen Budgets — getrennte Konten, getrennter Zugriff auf Geld — und Unterstützung für einen selbst. Die oben genannten Stellen beraten Angehörige ebenso wie Spielende; das steht ausdrücklich auf ihren Seiten.
Minderjährige
Glücksspiel ist unter 18 Jahren verboten, in manchen Ländern unter 21. Wird derselbe Rechner von Kindern genutzt, gehört eine Kindersicherung auf System- oder Routerebene eingerichtet; Zahlungsdaten sollten nicht im Browser gespeichert bleiben. Ein eigenes Benutzerprofil für das Kind ist verlässlicher als jede mündliche Abmachung.
Russland und Belarus
Die Veranstaltung von Online-Glücksspiel ist in der Russischen Föderation verboten, ebenso deren Bewerbung. Für Leserinnen und Leser aus Russland und Belarus läuft diese Seite deshalb im reinen Informationsmodus: Es wird über die Branche berichtet, aber es werden keine Verweise auf Glücksspielangebote angezeigt, keine Demospiele gestartet und keine Weiterleitungen angeboten.
Die international erreichbaren Angebote aus der Liste oben — Gamblers Anonymous und Gambling Therapy — stehen auch dort zur Verfügung. Telefonnummern russischer Hilfetelefone werden hier bewusst nicht genannt, weil sie sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht anhand offizieller Quellen bestätigen ließen; eine falsche Nummer auf einer Hilfeseite ist schlechter als gar keine.
Stand: 22. August 2026.